Nachruf für Beat Kleeb († 5. Februar 2026)
Mit Beat Kleeb verliert die Gehörlosengemeinschaft einen visionären Vordenker, engagierten Brückenbauer und leidenschaftlichen Kämpfer für Barrierefreiheit. Der Mitbegründer und langjährige Präsident der Stiftung PROCOM ist am 5. Februar 2026 verstorben.
Beat Kleeb setzte sich über Jahrzehnte mit ausserordentlichem Engagement für die Rechte, die Selbstbestimmung und die gesellschaftliche Teilhabe gehörloser und schwerhöriger Menschen ein. Als Gründungspräsident der Stiftung PROCOM baute er die Organisation mit grossem Weitblick, Beharrlichkeit und unternehmerischem Denken auf und prägte sie nachhaltig.
Sein Wirken reichte über die Stiftung PROCOM hinaus: Beat Kleeb war langjähriges Vorstandsmitglied im Schweizerischen Gehörlosenbunds und engagierte sich langfristig im Vorstand der Genossenschaft Gehörlosenhilfe Zürich. In all seinen Funktionen verfolgte er konsequent ein Ziel: Barrieren abbauen und gleichberechtigte Kommunikation ermöglichen.
Mit seinem Innovationsgeist und seinem unternehmerischen Engagement trieb Beat Kleeb Lösungen voran die heute als selbstverständlich gelten. Viele zentrale Dienstleistungen – darunter Untertitelangebote oder Gebärdensprachdolmetschleistungen – wären ohne seinen Einsatz in dieser Form kaum entstanden. Er erkannte früh, dass gesellschaftliche Teilhabe nur dann möglich ist, wenn Kommunikation für alle zugänglich ist.
Noch im Herbst 2025 organisierte die Stiftung PROCOM ihm zu Ehren einen besonderen Anlass. In einer von grosser Wertschätzung, Herzlichkeit und Dankbarkeit geprägten Atmosphäre wurde sein jahrzehntelanges Wirken gewürdigt. Die grosse Anerkennung die ihm dabei entgegengebracht wurde, zeigte eindrücklich, welchen Stellenwert Beat Kleeb in der Gemeinschaft hatte.
Beat Kleeb war ein Mensch mit klaren Überzeugungen, grossem Herzen und feinem Humor. Er verstand es, Menschen mitzunehmen, zu motivieren und auch bei Widerständen nicht nachzulassen.
Mit Beat Kleeb verliert die Gehörlosengemeinschaft eine prägende Persönlichkeit. Sein Vermächtnis lebt weiter – in den von ihm angestossenen Strukturen, in verbesserten Angeboten und in der gelebten Überzeugung, dass Barrierefreiheit kein Privileg, sondern ein Recht ist.
Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und allen, die ihn auf seinem Weg begleitet haben.
