Europäische Studie bestätigt: PROCOM gehört zu den Vorreitern der barrierefreien Telefonie in Europa
Medienmitteilung
Olten, 13. Oktober 2026
Eine neue europäische Studie zeigt, wie unterschiedlich die Möglichkeiten für gehörlose und schwerhörige Menschen sind, mit hörenden Personen zu telefonieren. Die Ergebnisse bestätigen: PROCOM gehört mit ihren Video- und Text-Vermittlungsdiensten europaweit zu den Vorreitern. Darauf sind wir stolz. Gleichzeitig verstehen wir diese Position als Verpflichtung, unsere Dienstleistungen kontinuierlich zu hinterfragen und weiterzuentwickeln.
Eine wichtige Standortbestimmung für Europa
Die European Union of the Deaf (EUD) und die European Federation of Hard of Hearing People (EFHOH) haben in einer umfassenden Studie untersucht, wie gehörlose und schwerhörige Menschen in 30 europäischen Ländern Zugang zur telefonischen Kommunikation erhalten.
Der im Oktober 2026 veröffentlichte Bericht «Mapping Relay Services in Europe» zeigt, welche Video- und Text-Vermittlungsdienste bestehen, wie zugänglich sie sind und wo weiterhin Handlungsbedarf besteht.
Wir begrüssen diese Initiative ausdrücklich. Die Studie schafft Transparenz, ermöglicht einen europäischen Vergleich und liefert wertvolle Erkenntnisse für die zukünftige Entwicklung barrierefreier Kommunikation.
Die Ergebnisse zeigen deutliche Unterschiede zwischen den Ländern: In 25 der 30 untersuchten Länder stehen Video-Vermittlungsdienste zur Verfügung, während lediglich 12 Länder über eine bestätigte Text-Vermittlung verfügen. Eine durchgehende Erreichbarkeit ist dabei keineswegs selbstverständlich. Nur acht Länder bieten eine Video-Vermittlung und sieben Länder eine Text-Vermittlung rund um die Uhr an. Zu den Ländern mit einer durchgehend verfügbaren Text-Vermittlung gehört auch die Schweiz dank PROCOM.
Diese Zahlen verdeutlichen, dass ein gleichberechtigter Zugang zur telefonischen Kommunikation in Europa noch längst nicht überall gewährleistet ist.
PROCOM gehört europaweit zu den Vorreitern
Die Ergebnisse der Studie bestätigen, dass die Schweiz mit den Dienstleistungen von PROCOM im europäischen Vergleich sehr gut aufgestellt ist.
Mit VideoCom und myPROCOM bieten wir gehörlosen und schwerhörigen Menschen die Möglichkeit, über Gebärdensprache oder Text mit hörenden Personen zu telefonieren.
Besonders hervorzuheben ist unsere Text-Vermittlung, die rund um die Uhr in Deutsch, Französisch und Italienisch zur Verfügung steht. Auch Notrufe können jederzeit über diesen Dienst vermittelt werden.
Damit gehört die Schweiz zu den wenigen europäischen Ländern, die eine mehrsprachige Text-Vermittlung mit durchgehender Erreichbarkeit gewährleisten. Hinzu kommen definierte Qualitätsanforderungen sowie unsere langjährige Erfahrung in der barrierefreien Kommunikation.
Diese Position ist das Ergebnis kontinuierlicher Aufbauarbeit, fachlicher Kompetenz und des grossen Engagements unserer Mitarbeitenden. Gemeinsam haben wir Dienstleistungen entwickelt, die für viele gehörlose und schwerhörige Menschen heute ein selbstverständlicher Bestandteil ihres Alltags sind.
Dass PROCOM im europäischen Vergleich zu den Vorreitern gehört, erfüllt uns mit Stolz. Es bestätigt unseren eingeschlagenen Weg und zeigt, welchen Beitrag wir zur selbstbestimmten Kommunikation leisten.
Herr Probst, Geschäftsführer PROCOM:

«Es macht uns stolz zu sehen, dass PROCOM mit ihren Dienstleistungen europaweit zu den Vorreitern gehört. Hinter diesem Erfolg stehen unsere Mitarbeitenden, ihre Kompetenz und ihr tägliches Engagement. Gleichzeitig wissen wir: Eine führende Position ist kein Grund, stehen zu bleiben. Sie verpflichtet uns kritisch zu bleiben, neue Möglichkeiten zu erkennen und unsere Dienstleistungen konsequent weiterzuentwickeln.»
Margrit Schmid, Head of Contact Center Partner Management, Swisscom (Schweiz) AG:

«Die Ergebnisse bestätigen, dass die Schweiz bei der barrierefreien Telefonie im europäischen Vergleich zu den Vorreitern gehört. Dieser Fortschritt ist das Ergebnis langjährigen Engagements vieler Beteiligter. Roman Probst und sein Team haben mit der schweizweiten Lancierung von myPROCOM vor zwei Jahren gezeigt, was unternehmerischer Mut und die Bereitschaft zur Veränderung bewirken können. Die neue Kommunikationsplattform schafft eine verlässliche Grundlage für weitere Innovationen, die sich an den Bedürfnissen der Menschen orientieren. Es macht uns stolz, gemeinsam mit PROCOM dazu beizutragen, dass gehörlose und schwerhörige Menschen zunehmend selbstbestimmt und selbstverständlich kommunizieren können. Das ist Inklusion, die im Alltag wirkt.»
Auch der Schweizerische Gehörlosenbund SGB-FSS würdigt die Fortschritte, sieht jedoch weiterhin Handlungsbedarf. Präsident Marinus Spiller betont:

«Die Schweiz ist dank PROCOM bei der barrierefreien Telefonie europaweit sehr gut aufgestellt. Doch echte Gleichstellung ist noch nicht erreicht. Während die Textvermittlung rund um die Uhr verfügbar ist, bleibt die Videotelefonie in Gebärdensprache zeitlich eingeschränkt. Der Schweizerische Gehörlosenbund SGB-FSS fordert deshalb auf politischem Wege weiterhin einen 24-Stunden-Zugang an sieben Tagen pro Woche – in allen drei Schweizer Gebärdensprachen. Denn gleichberechtigte Kommunikation darf nicht von der Uhrzeit abhängen. Sie ist ein Recht und kein Privileg.»
Unser Anspruch: Auch in Zukunft Massstäbe setzen
Für PROCOM bedeutet eine Vorreiterrolle in Europa mehr als eine gute Position im europäischen Vergleich. Sie bedeutet Verantwortung zu übernehmen, Entwicklungen aktiv voranzutreiben und die Bedürfnisse gehörloser und schwerhöriger Menschen konsequent ins Zentrum zu stellen.
Unser Ziel ist klar: Gehörlose und schwerhörige Menschen sollen möglichst unabhängig von der Tageszeit, ihrem Aufenthaltsort und ihrer bevorzugten Kommunikationsform telefonieren können – mit derselben Selbstverständlichkeit wie hörende Menschen.
Die Studie von EUD und EFHOH leistet dazu einen wertvollen Beitrag. Sie würdigt bestehende Fortschritte, macht Unterschiede sichtbar und schafft eine wichtige Grundlage, um die barrierefreie Telefonie in Europa gemeinsam weiterzuentwickeln.
Wir danken den beiden Organisationen für diese umfassende Untersuchung und ihr Engagement für einen gleichberechtigten Zugang zur Kommunikation.
Die Ergebnisse bestärken uns in unserem Weg. Wir sind stolz auf das Erreichte, bleiben selbstkritisch und haben den klaren Anspruch, auch in Zukunft zu den führenden Anbietern barrierefreier Kommunikation in Europa zu gehören.
Denn letztlich messen wir unseren Erfolg nicht allein am europäischen Vergleich, sondern daran, wie gut unsere Dienstleistungen den Menschen dienen, die sie täglich nutzen.
Weitere Informationen
Die Studie «Mapping Relay Services in Europe» wurde am 6. Oktober 2026 von der European Union of the Deaf (EUD) und der European Federation of Hard of Hearing People (EFHOH) veröffentlicht.